Versos German Ludwig Uhland Die Ulme zu Hirsau

German poem

Die Ulme zu Hirsau

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Zu Hirsau in den Trümmern, Da wiegt ein Ulmenbaum Frischgrünend seine Krone Hoch überm Giebelsaum.

Er wurzelt tief im Grunde Vom alten Klosterbau, Er wölbt sich statt des Daches Hinaus in Himmelsblau.

Weil des Gemäuers Enge Ihm Luft und Sonne nahm, So trieb's ihn hoch und höher, Bis er zum Lichte kam.

Es ragen die vier Wände, Als ob sie nur bestimmt, Den kühnen Wuchs zu schirmen, Der zu den Wolken klimmt.

Wenn dort im grünen Tale Ich einsam mich erging, Die Ulme war's, die hehre, Woran mein Sinnen hing.

Wenn in dem dumpfen, stummen Getrümmer ich gelauscht, Da hat ihr reger Wipfel Im Windesflug gerauscht.

Ich sah ihn oft erglühen Im ersten Morgenstrahl; Ich sah ihn noch erleuchtet, Wann schattig rings das Tal.

Zu Wittenberg im Kloster Wuchs auch ein solcher Strauß Und brach mit Riesenästen Zum Klausendach hinaus.

O Strahl des Lichts! du dringest Hinab in jede Gruft. O Geist der Welt! du ringest Hinauf in Licht und Luft.