German poem
Der jener Welten ungeahnte Zahl
by Luise Hensel (1798–1876)
Der jener Welten ungeahnte Zahl In nie gemessne Fernen hingesä't: Ihm tanzt das Mücklein froh im Abendstrahl, Der Cherub dienet Seiner Majestät.
Mir schwindelt ob der Größe Seiner Macht. Nicht löst mein Geist der vielen Räthsel Sinn; Mein Auge blendet Seiner Wunder Pracht, Wo ich selbst Räthsel mir und Wunder bin. –
Die Gnade nur zog früh mit starker Hand Mich aus des Zweifels bodenlosem Grund, Und Licht hast Du mir auf den Pfad gesandt: Dein Wort, erklärt von Deiner Kirche Mund. –
Ich will, ein Kind, in Einfalt weiter gehn, Mein Wissen sei des Glaubens reine Frucht; Dort wird mein Glauben seliges Verstehn, Dort find' ich, was ich dürstend hier gesucht.