Versos German Magnus Gottfried Lichtwer Die Katzen und der Hausherr

German poem

Die Katzen und der Hausherr

by (1719–1783)

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Die XXII. Fabel. Die Katzen und der Hausherr. Murner, eine Cyper-Katze Gab unlängst den Gülde-Schmauß, Und ersahe sich zum Platze, Eines Bürgers Wohnung aus. Mensch und Thiere schliefen feste Selbst der Hauß-Prophete schwieg, Als ein Schwarm geschwäntzter Gäste Von den nächsten Dächern stieg. Murner kömmt, sie zu begrüssen Führt sie drauf in einen Saal, Und setzt jeden auf ein Küssen Von dem feinsten Katzen-Zahl. Sechzig feiste Mäuse-Zimmel Machten die Versammlung satt, Ob gespickt? das weiß der Himmel, Jeder giebt, so gut ers hat. Von der Mahlzeit giengs zum Tantze, Wo der Wirth sich hören ließ, Und auf einem Ratten-Schwantze, Manch verliebtes Stückgen bließ. Hintz, des ersten Schwieger-Vater, Sang darein erbärmlich schön, Und zween abgelebte Kater, Quälten sich, ihm beyzustehn. Jetzo tantzen alle Katzen, Poltern, lermen, daß es kracht, Zischen, heulen, sprudeln, kratzen, Bis der Herr im Haus erwacht. Dieser springt mit einem Stecken, In den finstern Saal hinein, Schlägt um sich, sie zu erschrecken, Schmeisset einen Spiegel ein. Stolpert über einge Späne, Stürtzt im Fallen auf die Uhr, Und zerbricht zwo Reihen Zähne, Blinder Eyfer schadet nur.