German poem
Horch! Geschrei und wüstes Toben
by Marie Eugenie Delle Grazie (1864–1931)
Horch! Geschrei und wüstes Toben – Weitauf fliegt die Schenkenthür, Faust und Knüttel hoch erhoben Wirbelt’s zornentbrannt herfür:
Eseltreiber, Straßenfeger Und zum Schluß der schmutz’ge Wirth, Während sich ein Zeitungsträger Noch bei Zeiten klug salvirt.
Wuthgeheul und Flüche schallen, Flammen sprüh’n aus jedem Blick, Hageldicht die Püffe fallen – Ach, die leid’ge Politik!
Da – ein hell’ Gekreisch – die Weiber! Rasend fliegen sie heran: Straßenfeger, Eseltreiber, Jeder ach, ist – Ehemann!
An der Tapfern Schöße klammern Die Verzweifelten sich fest, Und sie keifen, und sie jammern, Und ihr Weinen thut den Rest!
Würdevoll auf hag’rer Mähre Sprengt nun auch vom Corso her Keuchend der Carabiniere – Aber sieh, der Platz ist leer!
Nur zertret’ne Calabreser Trauern stumm auf weiter Flur, Prügel und zerschlag’ne Gläser Künden ihm des Schlachtfeld’s Spur;
Weh’nde Schürzen, bunte Tücher Weisen ihm der Sieger Bahn, Und er ist des Friedens sicher, Denn auch er war – Ehemann!