German poem
Die Gänsehüterin
by Marie von Ernest (1858–1923)
Fette Gänse, gross und klein, Watscheln auf der Wiese, Einwärts trippelt hinterdrein Die Zigeunerliese.
Ach, sie weint gar bitterlich, Senkt den Kopf zur Erde! Ja, was hilft’s auch, wenn man sich Abplagt mit der Herde!
Als sie an der grünen Heck’ Ihre Gänse zählte, Merkte sie – o grosser Schreck! – Dass die schönste fehlte.
»Weshalb weinst Du!« fragt sie dort Mild der Herr des Schlosses. »Hu! – ein – Gäns – chen ist – mir fort, Hu ein schönes grosses!
Welch ein Braten fest und fein, Wäre draus zu rösten!« – »Nun, so will ich Dir verzeihn, Magst Dich, Kleine, trösten!« –
»Nutzt nichts! Vater wird mich hau’n, Denn er that befehlen, Grad’ dies Gänschen sollt’ ich schau’n Für uns wegzustehlen!« –