German poem
Ein Kinderlied auf die Weihnacht Christi
Vom Himmel hoch da komm ich her, Ich bring euch gute neue Mär, Der guten Mär bring ich so viel, Davon ich singen und sagen will.
Euch ist ein Kindlein heut geborn Von einer Jungfrau auserkorn, Ein Kindelein so zart und fein, Das soll eur Freud und Wonne sein.
Er ist der Herr Christ, unser Gott, Der will euch führn aus aller Not, Er will eur Heiland selber sein, Von allen Sunden machen rein.
Er bringt euch alle Seligkeit, Die Gott der Vater hat bereit't, Daß ihr mit uns im Himmelreich Sollt leben nu und ewiglich.
So merket nu das Zeichen recht, Die Krippen, Windelin so schlecht, Da findet ihr das Kind gelegt, Das alle Welt erhält und trägt.
Des laßt uns alle fröhlich sein Und mit den Hirten gehn hinein, Zu sehn, was Gott uns hat beschert Mit seinem lieben Sohn verehrt.
Merk auf, mein Herz, und sieh dort hin, Was liegt doch in dem Krippelin, Wes ist das schöne Kindelin? Es ist das liebe Jesulin.
Bis willekomm, du edler Gast, Den Sunder nicht verschmähet hast, Und kommst ins Elend her zu mir, Wie soll ich immer danken dir?
Ach Herr, du Schöpfer aller Ding, Wie bist du worden so gering, Daß du da liegst auf dürrem Gras, Davon ein Rind und Esel aß.
Und wär die Welt viel mal so weit, Von Edelstein und Gold bereit't, So wär sie doch dir viel zu klein, Zu sein ein enges Wiegelein.
Der Sammet und die Seiden dein, Das ist grob Heu und Windelein, Darauf du, König so groß und reich, Her prangst, als wärs dein Himmelreich.
Das hat also gefallen dir, Die Wahrheit anzuzeigen mir, Wie aller Welt Macht, Ehr und Gut Für die nichts gilt, nichts hilft noch tut.
Ach mein herzliebes Jesulin, Mach dir ein rein, sanft Bettelin, Zu rugen in meins Herzen Schrein, Daß ich nimmer vergesse dein.
Davon ich allzeit fröhlich sei, Zu springen, singen immer frei Das rechte Susaninne schon Mit Herzenlust den süßen Ton.
Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, Der uns schenkt seinen ein'gen Sohn, Des freuen sich der Engel Schar' Und singen uns solch neues Jahr.
Ein Lied von der heiligen christlichen Kirchen, aus dem 12. Kapitel Apokalypsis.
Sie ist mir lieb, die werte Magd, Und kann ihr nicht vergessen. Lob, Ehr und Zucht von ihr man sagt, Sie hat mein Herz besessen. Ich bin ihr hold, Und wenn ich sollt Groß Unglück han, Da liegt nicht an: Sie will mich des ergetzen Mit ihrer Lieb und Treu an mir, Die sie zu mir will setzen Und tun all mein Begier.
Sie tregt von Gold so rein ein Kron, Da leuchten in zwelf Sterne, Ihr Kleid ist wie die Sonne schon, Das glänzet hell und ferne. Und auf dem Mon Ihr Füße ston, Sie ist die Braut, Dem Herrn vertraut. Ihr ist weh und muß gebären Ein schönes Kind, den edlen Sohn, Und aller Welt ein Herren, Dem ist sie unterton.
Das tut dem alten Drachen Zorn, Und will das Kind verschlingen. Sein Toben ist doch ganz verlorn, Es kann ihm nicht gelingen. Das Kind ist doch Gen Himmel hoch Genommen hin Und lasset ihn Auf Erden fast sehr wüten. Die Mutter muß gar sein allein, Doch will sie Gott behüten Und der recht Vater sein.