German poem
Am 3. Sontage nach Trinitatis
by Martin Opitz (1597–1639)
Stellet Gott heim eure Sachen, Laßt ihn machen, Räumbt ihm alle Sorgen ein: Er, der Herr, wird bey euch stehen, Euch erhöhen, Wann es seine Zeit wird seyn.
Wie ein Löwe seine Klauen, Einzuhauen, Wan er tobet, fertig hat; Meint der Teuffel euch ingleichen Zu erreichen, Drumb wacht nüchtern frü und spat.
Wann er brüllend' auff euch gehet, Bleibt und stehet, Werfft den Schild deß Glaubens für; Dencket, daß die treuen Glieder, Eure Brüder, Eben leyden als wie ihr.
Euer Gott, der euch beruffen, Läst stets offen Seine reiche Gnadenthür: Es wird Stärcke, Krafft und Leben, Völlig geben: Ihm sey Ehre für und für.