German poem
Lied der Schulkinder zu - an ihre kranke Wohltäterin
DIE KNABEN:
Einst unser Herr auf Erden war, Uns hergesandt von Gott; Der war ein Retter in Gefahr, Ein Helfer in der Not!
DIE MÄDCHEN:
Er zog umher von Haus zu Haus In niedriger Gestalt, Und eine Kraft ging von ihm aus, Die heilete die Welt.
DIE KNABEN:
Wer elend war blieb schüchtern stehn Und klagte ihm sein Leid; Ein Wort, ein Blick ... dann war's geschehn! Das war eine selige Zeit.
DIE MÄDCHEN:
Wie kamen sie doch, jung und alt, Auf Bett und Bahr zu ihm! Und gingen alle alsobald Geholfen wieder heim.
DIE KNABEN:
Geholfen gingen sie davon, Und fröhlich all und frisch: Der »Knecht«, der »blindgeborne Sohn«, Das »Hündlein unterm Tisch«;
DIE MÄDCHEN:
Der arme »Knabe taub und stumm«, »Jairus' Töchterlein«, »Der durchs Dach zu Kapernaum Im Bette kam herein«;
DIE KNABEN:
Und jene Frau, die all ihr Gut Mit Ärzten schier vertan; Sie hatte nicht zu sprechen Mut, Und rührte heimlich an.
DIE MÄDCHEN:
Sie stand und stand und wagt' es kaum, Und trat von hinten her, Und rührte an des Kleides Saum – Und hatte ihr Begehr.
DIE KNABEN:
Oh, wär er hier doch, dieser Mann! Wir liefen gleich zur Stund Für dich zu ihm, und rührten an – Und denn wärst du gesund!
DIE MÄDCHEN:
Oh, wär er hier doch, dieser Mann! Wir liefen gleich zur Stund Für dich zu ihm, und rührten an – Und denn wärst du gesund!
KNABEN UND MÄDCHEN:
Und denn wärst du gesund!