Versos German Matthias Claudius Lied der Schulkinder zu - an ihre kranke Wohltäterin

German poem

Lied der Schulkinder zu - an ihre kranke Wohltäterin

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DIE KNABEN:

Einst unser Herr auf Erden war, Uns hergesandt von Gott; Der war ein Retter in Gefahr, Ein Helfer in der Not!

DIE MÄDCHEN:

Er zog umher von Haus zu Haus In niedriger Gestalt, Und eine Kraft ging von ihm aus, Die heilete die Welt.

DIE KNABEN:

Wer elend war blieb schüchtern stehn Und klagte ihm sein Leid; Ein Wort, ein Blick ... dann war's geschehn! Das war eine selige Zeit.

DIE MÄDCHEN:

Wie kamen sie doch, jung und alt, Auf Bett und Bahr zu ihm! Und gingen alle alsobald Geholfen wieder heim.

DIE KNABEN:

Geholfen gingen sie davon, Und fröhlich all und frisch: Der »Knecht«, der »blindgeborne Sohn«, Das »Hündlein unterm Tisch«;

DIE MÄDCHEN:

Der arme »Knabe taub und stumm«, »Jairus' Töchterlein«, »Der durchs Dach zu Kapernaum Im Bette kam herein«;

DIE KNABEN:

Und jene Frau, die all ihr Gut Mit Ärzten schier vertan; Sie hatte nicht zu sprechen Mut, Und rührte heimlich an.

DIE MÄDCHEN:

Sie stand und stand und wagt' es kaum, Und trat von hinten her, Und rührte an des Kleides Saum – Und hatte ihr Begehr.

DIE KNABEN:

Oh, wär er hier doch, dieser Mann! Wir liefen gleich zur Stund Für dich zu ihm, und rührten an – Und denn wärst du gesund!

DIE MÄDCHEN:

Oh, wär er hier doch, dieser Mann! Wir liefen gleich zur Stund Für dich zu ihm, und rührten an – Und denn wärst du gesund!

KNABEN UND MÄDCHEN:

Und denn wärst du gesund!