German poem
Der gordische Knoten
by Moritz von Strachwitz (1822–1847)
Ihr rüttelt an dem Königspalast Mit unverdrossenem Mute, Ihr baut ein neues Haus mit Hast Und schreit zum Kitt nach Blute, Doch ist es fertig, das neue Haus, Nach manchem saueren Tage, Der Bonaparte bleibt nicht aus, Der's stürzt mit einem Schlage!
Die Arme gekreuzt, gewaltig und stumm, So wird er vor Euch stehen, Ihr aber ziehet den Buckel krumm Und traget seine Livreen. Und schlachten laßt Ihr Euch gern und froh Mit dienstergebener Miene Und denket: besser in Waterloo, Als unter der Guillotine! –
So kommt es, Ihr Männer des ewigen: Nein, So kommt's, Ihr Tyrannenvertreiber, Es wird eine Zeit der Helden sein Nach der Zeit der Schreier und Schreiber. Bis dahin webt mit Fleiß und List Eure Schlingen ineinander, Wenn der gordische Knoten fertig ist, Schickt Gott den Alexander.