Versos German Moritz von Strachwitz Sehnsucht nach Milde

German poem

Sehnsucht nach Milde

by (1822–1847)

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Gern wohl träuft' ich einst mit gelind'rem Wohllaut Übers Herz Euch hin den geklärten Sangstrom, Gern in süß aufatmende Träume rauscht' ich Säuselnde Schwermut.

Gern der Lieb' aufkeimende Frühlingsbildung Malt' ich und perlwerfender Kelche Goldgrund, Doch es reißt von süßem Gesang und Bild mich Wildere Lust fort.

Übers Scherenriff, das ob Norwegs Meerstrand Dunkelstirnig in das Gewog' hineintrotzt, Beug' ich mich und neide der wucht'gen Schaumflut Markigen Sturmtakt.

Auf der Vorzeit sagenbegrüntem Blachfeld, Wie des Kriegsmanns, der nach dem Hufschlag hinhorcht, Liegt mein Ohr und höret ergrimmter Stahlschlacht Heldengewaltschritt.

Männer will ich, Zorn und granitner Tatkraft Bergsturzgleichen Schwung, und ein andrer Kadmus, Möcht' ich sä'n zwieträchtigen Zahn des Lindwurms, Frevelnd aus Kampflust.

Wann verhallt der Ruf der behelmten Ehrsucht, Wann verklingt die Harfe der Schlacht von Eros Samt'nem Fingerdruck und erfüllt das Herz mit Silbernem Echo?