German poem
Wer da will der Liebe leben
by Moritz von Strachwitz (1822–1847)
Wer da will der Liebe leben, Muß sich ganz der Liebe geben, Sich nicht teilen, nicht zersplittern, Ganz im Kuß hinüberzittern; Muß des Herzens ganzes Drängen Auf des Mundes Spitze zwängen; Muß nicht denken, rechnen, klügeln, Sich nicht fesseln oder zügeln; Muß den Arm nicht ängstlich halten, Gilt es, Hüften zu umfalten; Nicht voll Scheu die Hand befühlen, Gilt's, im seidnen Haar zu wühlen; Muß im seligen Versenktsein Unklar, ob er ist und denkt, sein.