German poem
Vaterland und Heimat
by Otto Ernst Schmidt (1862–1926)
Deutschland, geliebte Mutter, Du gabst mir, was ich bin; Du sangst das Lied der Hoffnung In meinen Kindersinn, Und ruhig wuchs mein Wille Wie deiner Felsen Hang; Durch meines Herzens Gründe Ging deiner Ströme Klang.
Wo ich nun weil' und wandre, Bleib ich in deiner Haft; Ich trank ja deine Liebe, Du Land voll Morgenkraft. In Not und Fremde such ich Dein Auge groß und lind Und weiß, ich bin geborgen Wie einer Mutter Kind.
So nimm auch, heilige Mutter, Nimm meine Liebe an, Und will der Neid dich schänden, O fordre, fordre dann! Mein Herz mit allen Wünschen Sei dir ein Opferbrand, Ruht einst nur seine Asche In deiner Mutterhand.