German poem
Nacht überm Meere
by Otto Julius Bierbaum (1865–1910)
Sommermondnacht. Wie mit drängenden Brüsten Wirst das Meer sich über das dunkle Land; Nebelgrau saugt Horizont und Küsten; Lind ein Blinzellicht vom unsichtbaren Strand. Wie der Schlange Schuppen schillern die breiten Wogen; Steigen die phosphorglühen Tiefen des Meers empor? Auf den Wogenkämmen kommt ein Glanz gezogen, Den die Sonne an die Nacht verlor.