Versos German Otto Keller Dankbarkeit

German poem

Dankbarkeit

by (1875–1931)

Listen in the reader

A Schbrichwort secht seit alter Zeit: „Der Welt Loh ischt Odankbarkeit.“ Daß leider Gott’s viel wohr isch dra, I aus Erfahrong saga ka. Mir goht ’s drom wia no viele Leit: I rechen net uf Dankbarkeit. –

Wenn i will no so ehrlich sei, No fallet mer net viele ei, Von dene frei i saga kennt, Daß se mer dankbar gwesa send. Doch oi Beweis von Dankbarkeit, Der hot me diaf em Herza gfreit. – I kenn a Biable von der Gaß Ond han halt an dem Male Gschpaß, Dem schenke oft a Kleinigkeit, Was hot des Birschle äls a Freid. – Bei dem isch abrocht, wia bei koim: Acht Gschwischterla send no derhoim.

Heit kommt der Kloine hoim zu mir Ond schtoht verlega an der Dier, Gibt mir a Bätschle, secht Griaß Gott, Ond dreht sei Käpple ond wird rot, Druckt mir a Schächtele en d’ Händ: „Do brenge ebbes fir dei Kend!“ – –

Wia i des Schächtele mach uf, A bisla Gras liegt oba druf, En Maiakäfer, der zwor dot, Er schee derzwischa nei glegt hot, Ond onta nonter, ganz verschteckt, Do hot er no drei Schteiniß glegt! – –

Jetzt saget selber, liabe Leit: Isch dees net wirklich Dankbarkeit, Wenn so a Kend es fertig brengt Ond oim sein ganza Reichtom schenkt? – Mir hot des anderscht emponiert, Als wenn a Groß sich „rewaschiert“!