German poem
Auf Herrn Heinrich Dieners mit Frau Wilmuth Mercks
by Paul Fleming (1609–1640)
Beherscht, Herr Diener, nun nach eurem Mut und Willen die Wilmuth, wie ihr wollt. Sie, eure Dienerin und doch Behersch'rin auch, fügt sich in euren Sinn, wie in das Bett' und Arm, und läßt sich in euch hüllen.
So könnt ihr Will' und Mut, so Mut und Willen stillen, wenn eure Wilmuth will. Kein Mutwill hebt sie hin. Wißt, spricht sie, daß auch ich, was ihr wollt, Willens bin, mein Will' ist euer Mut, den will ich stets erfüllen.
O Wilmuth, recht genennt, so mutet eurem Diener nie keinen Unmut an. Und macht er sich was kühner, als wol ein Diener soll, es sei Tag oder Nacht,
so brechet euren Mut und folget seinem Wollen. Ihr wißt, bediente Frau, daß Männer herschen sollen, und hätt' ihr Name sie zu Knechten gleich gemacht.
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