German poem
Auf seinen Namenstag
by Paul Fleming (1609–1640)
So komme du denn her, du schönste der Najaden, weil meine Basile, das himmelsschöne Kind, mich itzt nicht binden kan, um daß wir ferne sind, komm, Ocke, Zier der Lust, mit deinen Oreaden
und Hamadryaden, die oftmals mit dir baden, komm, binde mich für sie. Der kühle Westenwind bricht Blumen durch den Tal, da manche Nymphe rinnt und schwimmet auf uns zu, mit Farben schwer beladen.
Lies Rosen, Münze, Klee, Borrag und Quendel aus, mach für mein Haupt und Hand mir einen Kranz und Strauß und hauch' ein Lüftlein drein, das nach der Liebe rüche.
Ihr andern gehet aus, führt ein belaubtes Zelt von jungen Ästen auf. So ist es wol bestellt. So will ich frölich sein, bis Phöbus sich verkriche.