Versos German Philipp von Zesen Das Neunde Lied

German poem

Das Neunde Lied

by (1619–1689)

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Schönste willkommen/ ach Liebste willkommen/ Deine Geberden/ o edeles Bild/ Haben uns gäntzlich das Hertze genommen/ Sehet/ ihr Brüder/ das doppelte Schild mit Perlen besetzet/ die Augen ergötzet die Adliche Zier: Die Lippen/ ach schauet! seyn immer betauet/ Welches von Hermon der Höchste schenckt Ihr.

Ihre Gespielen seyn Adel und Tugend/ Stärcke/ Gerechtigkeit/ Klugheit und Zucht/ Welches am nützesten unserer Jugend/ Sonsten ist alles geneiget zur Flucht. Begehrstu zu singen Von künfftigen Dingen/ Das zeiget sie Dier; Sie lesset bekräntzen im itzigen Lentzen unsere Heupter in träfflicher Zier.

Sehet ihr Töchter! ach sehet uns stehen/ Sehet das überaus schöne Geschenck/ Helffet das Freuden-Fest alle begehen/ Trincket das edele Freuden-Getränck. Ach! trincket und esset Des Leides vergesset Zu itziger Zeit: Es kommet gegangen in röthlichen Wangen unsere schöne Sophia bereit.

Laßet die lieblichen Lauten erklingen/ Laßet die Geygen erschallen allhier/ Laßet uns singen/ die Stimmen erschwingen/ Bachus gibt Reben-Safft/ Ceres giebt Bier/ Kommt laßet uns tantzen und trincken zu gantzen/ Ihr Brüder itzund: Macht Freuden-Gethöne/ Daß unsere Schöne/ unsre Sophia mag leben gesund!