Versos German Philipp von Zesen Das Siebende Lied

German poem

Das Siebende Lied

by (1619–1689)

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Ihr Bücher/ meine Freude/ Du leichte Feder du/ Die ich zum schreiben schneide/ Hört meinen seufftzen zu.

Ich soll Euch nun verlaßen/ Wie fang' ichs doch nur an/ Soll zihen meine Straßen/ Ein' ungebähnte Bahn?

Der Weg wird mier zu lange/ Das scheiden ist zu schwer/ Es ist mier Angst und bange und bin bekümmert sehr.

Wer wil die Zeit vertreiben/ Die allzu lange Zeit/ Wann ich nicht mehr kann schreiben von meiner Adelheit.

Wenn ich nicht mehr kann lesen/ Den Edlen Opitz da/ Wie ihm sey lieb gewesen Die braune Flavia.

Wann Flaccus schöne Lieder/ Wenn Maro nicht bey mier/ So ist mier nur zu wieder Die schönste Lust und Zier.

Die Zeit wil nicht verflüßen/ Wenn Sappho schweigen muß/ Wenn mich nicht kann durchsüßen Der schwere Pindarus.

Doch weil ich ja soll scheiden und Euch nicht länger sehn/ So hoff' ich sol mit Freuden Mein wündschen auch geschehn.

In kurtzen komm ich wieder und dessen tröst' ich mich/ Da sollen dann die Lieder Erst recht anheben sich.