German poem
Der Astronom
by Rabindranath Tagore (1861–1941)
Ich sagte nur: »Wenn sich des abends der runde Vollmond in den Zweigen jenes Kadambaums verwirrte, könnte ihn da jemand fangen?«
Aber Dâdâ(1) lachte mich an und sagte: »Bubi, Du bist das dümmste Kind, das ich je gekannt habe.
Der Mond ist, ach so weit von uns, wie könnte ihn denn einer da fangen?«
(1) Der ältere Bruder.
Ich sagte: »Dâdâ, wie närrisch Du bist! Wenn Mutter hinausschaut aus ihrem Fenster und herunter lächelt auf uns beim Spielen, würdest Du sagen, sie wäre weit weg?«
Doch Dâdâ sagte: »Du bist ein einfältiges Kind! Bubi, wo würdest Du denn ein Netz hernehmen, groß genug, um den Mond damit zu fangen?«
Ich sagte: »Sicherlich könntest Du ihn mit Deinen Händen fangen.«
Aber Dâdâ lächelte und sagte: »Du bist das dümmste Kind, das ich kenne. Wenn er näher käme, würdest Du sehn wie groß der Mond ist.«
Ich sagte: »Dâdâ, was für Unsinn sie in Deiner Schule lehren! Wenn Mutter ihr Gesicht herunterbeugt, um uns zu küssen, schaut ihr Gesicht sehr groß aus?«
Dâdâ sagt aber doch: »Du bist ein dummes Kind.«