Versos German Rainer Maria Rilke Kaiser Rudolf

German poem

Kaiser Rudolf

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Hoch auf seiner Himmelswarte über einer Sternenkarte sitzt der Kaiser Rudolf dort, forschend, ob der langerharrte Flugstern, der die Weisen narrte, streifen würde diesen Ort.

Und er fragt den Astrologen, der am hohen Himmelsbogen alle Wanderwege weiß: "Wird von Unglück der betrogen, den der Stern hineingezogen in den unheilvollen Kreis?"

Und der Alte weicht ihm leise aus: "Der Stern zieht seine Gleise, Herr, im fernen Ätherreich!" Und gen Süden sieht der Weise;-- und der Kaiser schaut die Kreise seines Globen, ernst und bleich.--

Und von Süden kommt Verderben, kommt Matthias.--Eilge Erben lassen ihm nur den Hradschin; und der Kaiser spricht im herben Spott: "Mir bleibt nichts, als zu sterben, denn schon bin ich tot für 'ihn'.

Alter! Laß den Bück uns heben! du hast recht, die Sterne schweben hoch ob allem Erdenbann; aber--die nach ihnen streben, knüpfen selbst ihr dunkles Leben an die lichten Lose an!--"