Versos German Richard Dehmel I

German poem

I

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Vom stillen Hafen singt manch kleines Lied; Hafen der Weltstadt, bist du jemals still? O großer Braus der Unruhe, wenn schrill werktags die Dampfbootschwärme, Fähren, Schlepper, Jollen Signale kreischend durchs Sprühwasser tollen, Rauchwolken durchs Gestarr der Maste rollen, durchs Möwengetümmel um Schlot und Spriet.

Fremder, dann stehst du zuerst wie irr, spürst nicht das Werk, das da wachsen mag, nicht von den Werften herüber den Takt im Hammerschlag, nur das Gekrach und Gerassel, Geklirr, Geschwirr, und ziellos fragt dein Blick ins Gewirr: wird je auf Erden noch Feiertag?

Bis du erschüttert vermeinst, daß eisenhart die ganze Menschheit im Arbeitskleid von allen Brückengeländern dir Antwort schreit; und vor dem starken Schall der Gegenwart verstummt dein Ruf nach ewiger Seligkeit.