German poem
Chloris
by Robert Burns (1759–1796)
O, Chloris sieh, wie grün das Thal, Die Primeln blüh’n so schön; Der Lufthauch weckt die Blumen all’, Läßt Deine Locken weh’n.
Die Lerche flieht der Städte Pracht Singt über nied’rem Dach; Natur den Schäfer besser als Den König leiden mag.
Laß Musiker der Töne Pracht Erschall’n im hellen Saal; Der Schäfer singt sein einfach Lied Weit froher durch das Thal.
Der Städter Ball sieht unser’n Tanz Mit Abscheu und mit Zorn; Doch schlägt ihr Herz wie uns’res froh Hier unter’m weißen Dorn?
Der Schäfer in dem blum’gen Thal Frei’t einfach und frei’t klar; Der Hofmann drückt es feiner aus, Doch ist es auch so wahr?
Den Blumenstrauß hab’ ich gepflückt Für Deine weiße Brust: Die Lady trägt ’nen Demantschmuck. – Schlägt d’runter auch die Lust!?