Versos German Rudolf Gottschall An Kaiser Wilhelm II

German poem

An Kaiser Wilhelm II

by (1823–1909)

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In trauervollen Tagen Ward Dein der Krone Zier! Denn um zwei Kaiser klagen Wir alle jetzt mit Dir. Auf ewig unvergessen Leuchtet der Todten Ruhm: Aus Lorbern und Cypressen, Erstand Dein Kaiserthum.

Von Glorienschein umflossen, So würdig und so mild, Steht wie aus Erz gegossen Des Ahnherrn Heldenbild. Er hat den Sieg errungen In Stürmen der Gefahr, Den gold’nen Reif geschlungen Glorreich ins Silberhaar.

Der Sohn an seiner Seite, Wie er im Kampfe groß: Nun ruht auch er vom Streite In ew’gen Friedens Schoß. Ein Dulder auf dem Throne, Jetzt langer Qual entrückt; Denn eine Dornenkrone Ward ihm aufs Haupt gedrückt.

Zwei Sterne sind verblichen; Glückauf dem neuen Herrn! Denn Dir, dem jugendlichen, Glänzt hell der Zukunft Stern. Ausstrahle reichen Segen Der Herrscherkrone Gold; Auf allen Deinen Wegen Sei Glück und Ruhm Dir hold!

Umrankt, ihr Friedenskränze Dies Scepter blüthenreich; Es wecke geist’ge Lenze, Dem Zauberstabe gleich! Wächst in des Landmanns Pflege Der Garben Fülle auf: O Kunst und Wissen lege Den schönsten Kranz darauf!

Und wenn’s den Feind gelüstet, Dem Friedensreich zu drohn, Dann steht Dein Volk gerüstet Sturmfest um Deinen Thron. Da mag der Feind zersplittern An Deinem Herrschersitz! Du führst in Kriegsgewittern Des Schwarzen Adlers Blitz.

Rudolf von Gottschall.