Versos German Rudolf Lavant Ruhe nach dem Sturm

German poem

Ruhe nach dem Sturm

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Nun kommt im biedern Land der Eichen Allmälig wieder man zur Ruh. Man deckt des Wahlkampfs „schöne“ Leichen Mit Kalk und schwarzer Erde zu, Indeß man tiefbetrübt die Posten Der Spesen sich zusammenstellt, Denn auch die Niederlagen kosten Bekanntlich ja ein Heidengeld.

Fürsorglich packt die Sonntagsphrase Der Reichsfreund nun in Watte ein, Und die entrüstete Emphase Verschließt er im polirten Schrein. Es wandern selber die Posaunen Voll Hast in irgend ein Verließ, In die man zu der Hörer Staunen Mit aufgeblasnen Backen stieß.

Was aus dem großen heil’gen Kampfe An Wahlplakaten übrig bleibt, Das wandert in die Lumpenstampfe, Die achtlos ihre Räder treibt, Und die mit souveräner Kühle, Was der Kartell-Apostel schreibt Im Wallen heiligster Gefühle, Zu einem grauen Brei zerreibt.

Zur Ruhe wieder sind gekommen Die Herrn Studenten, bunt bemützt, Die zu des Reiches Heil und Frommen Als Treiber sinnig man benützt; Was man an Sängern, Turnern, Schützen Und alten Kriegern laut beschwor, Das schwer bedrohte Reich zu stützen, Es legt sich erschöpft aufs Ohr.

Wie thut nach all den Wahldepeschen, Nach dem Getute dumpf und hohl, Wie thut nach all dem Zungendreschen Die Ruhe und die Stille wohl! Zum Glück, ihr Herrn Kartellgenossen, War all’ die Mühe für die Katz. Ihr geht zerbläut, gerupft, begossen Und krumm und lendenlahm vom Platz.