German poem
Als Herr Jencke von Gott versetzet worden
by Simon Dach (1605–1659)
Was klagt man der Gerechten Seelen? Sie fahren aus des Leibes Hölen Hienauff in Gottes Hand: Nicht Angst noch Quahl wird sie berühren, Wol jhnen, ewig wol! sie führen Den ausserwehlsten Frewden-Stand.
Man sieht sie an, als wenn sie stürben Vnd durch die Hinfahrt gantz verdürben, Der Wahnwitz halt sie todt; Sie aber sind bey GOTT in Frieden So bald Ihr Geist ist abgeschieden Vnd leben ausser aller Noht.
GOTT steupt ein wenig hie auff Erden, Dafur doch jhnen dort sol werden Viel gutes, vnd viel Lieb' vnd Ehr'. Wie wol sie hie viel Leidens haben, Muß sie die Hoffnung dennoch laben, Sie sterben nimmermehr.
Er hat in den Versuchungs Stunden Sie seiner Liebe wehrt befunden, Sie haben Ihm vertrawt, Drumb sehn sie, daß Er sey der Alte, Der ewig Bund vnd Glauben halte Dem, der auff Ihn in Liebe bawt.
GOTT lässet Ihm doch die nicht nehmen Die trew sind vnd sich sein nicht schämen. Bleib heilig iederzeit, So wird Er dich in Auffsicht fassen, Vnd weder ietzt noch ewig lassen Aus seiner Gnad' vnd Gütigkeit.
More by Simon Dach
- Alexander Buhlbeck und Elisabeth Groß
- Als die Pohlen vnd Schweden zum Krieg rüsteten
- Als Fraw Catharina Von dieser Welt abgeschieden
- Als Herr Bütner von Gott heimgeholet worden
- Als von Schlieben diese Welt gesegnet
- Als von Tieffenbrock, diese Welt gesegnet
- Also weichen
- Alß die Herrschaft sich eins auffm Pregel ergetzeten