German poem
An meine Hertzliebste Fr. Muhme
by Simon Dach (1605–1659)
Wolan, du bist erhört! dein Wiederwill vnd Leyden Ist, wehrte Seele, noch zuletzt von Gott erkant: Er hat in Seeligheit dein Elend vmbgewandt, Vnd deine Qual vertauscht mit Rhue vnd süssen Frewden.
Wo aber war doch ich, als du nun woltest scheiden? Zum minsten hätte dir, o Mutter, meine Handt Die Augen zugedruckt. Ach, daß ich gar kein Pfandt Der Liebe lassen sehn den Vndanck zu vermeiden
Für alle Lieb vnd Trew! Ihr Gräber, zürnt mit mir, Vnd du, o Himmel auch! vergebens habet jhr Hie Leib vnd Geist getrennt! es mag euch jmmer schmertzen,
Ich kan euch nichts gestehn; der grossen Gutthat Macht Hat dieses Mensch so tieff mir in den Sinn gebracht, Daß ich sie nimmermehr euch laß aus meinem Hertzen.
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