German poem
Aus dem Frantzösischen: l'adore le merite De la belle Carite
by Simon Dach (1605–1659)
So heb' ich hoch Carithen Verdienst, Sie zu begüten, Himmlisch gantz Ist jhr Glantz, Ihre Brust Meine Lust, Ob ich es gleich verheele, Daß ich umb Sie mich quehle.
O harter Spruch, wenn lieben Währ' etwas Böses üben! Trag' ich doch Länger noch Nicht ohn Todt Diese Noht, Nichts ärgers kan geschehen, Als, was man liebt, nicht sehen.
Mein weg-seyn, meint' ich, würde Entladen mich der Bürde, Keine List, Wie sie ist, Noch kein Fall überall Kan mich der Lieb' entheben, So bin ich Ihr ergeben.
Wie denn? zum Vngehewer! Lescht nichts mir dieses Fewer? Sie, mein Liecht, Scheint mir nicht, Ihre Zier Fleucht für mir, Sol dann die Fluth der Augen Es nicht zu leschen taugen?
Nein. Denn ich trag' im Hertzen Ihr Bild vnd helle Kertzen, Amor macht Tag vnd Nacht, Daß mein Sinn Stets sieht hin Auff das Verdienst Carihten, Die ich gern wil begüten.
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