German poem
Daniel Rose und Anna Löbbe
by Simon Dach (1605–1659)
Der Herbst gibt schon sich an durch kurtzen Tag vnd Regen, Man lieset Wein vnd Obst, das Korn ist abgemeyt, Die Braut spricht aber, jetzt sey jhre Rosen-Zeit, Ist Rosen-lüstern mehr als sie zu seyn hat pflegen.
Wie kläglich thut sie bloß der lieben Rosen wegen? Mein, gebt sie jhr doch hin, geht aber was beyseit, Gebt achtung, wie sie sich der Rosen halber frewt, Vnd seht, sie wil sie gar auch in jhr Bette legen.
Was macht jhr, Jungfraw Braut? jhr fehlt der Sachen gantz, Die Ros' ist hier nicht zu, sie sol in ewren Krantz. Wer nicht der Rosen Nutz erkennt, sol sie nicht brechen.
Doch geht es vns nicht an, jhr habt die Ros' allein; Wisst aber gleichwol, daß bey Rosen Dornen seyn, Gebraucht euch ihrer wol, vnd hüttet euch: sie stechen.
More by Simon Dach
- Daniel Gericke und Marie Rohthaus
- Daniel Halbach von der Pforten und Maria Liedert
- Daniel Martin und Elisabeth Lepner
- Daniel Polckein und Magdalena Gretzsch
- David Dargatz und Maria Vogler
- David Taut und Christina Federau
- Daß Christus mich befreyt von Sünden
- Daß Weib Kotyttaris, der Waschsack graw von Haaren