Versos German Simon Dach Hn. Gregorio Schuberto

German poem

Hn. Gregorio Schuberto

by (1605–1659)

Listen in the reader

Bleib du nur fest an Gottes Wort Vnd übe fleissig dich darinnen, Wart deines Ruffes fort vnd fort Vnd ziehe dir es nicht zu Sinnen, Wie sehr der Gottlos' eilt vnd läufft Vnd immer Gut mit Gütern häufft, Vertraw du Gott, nimm deiner Sachen Dich fleissig vnd mit trewen an, Gott ist, der tausent Künste kan, Die Armen Leute reich zu machen.

Der Frommen Gut nimmt heimlich zu Vnd mus zu seiner Zeit gedeyen. Sprich nicht verzagt: Was hilfft mich's nu, Vnd wessen sol ich mich erfrewen? Auch nicht vermässen, bist du klug: Es fehlt mir nie, ich habe gnug. Muß dir das Glück zu willen stehen, Gedenck, das Wetter endert sich; Geht dir es schlimm, erinnre dich, Daß dir es wieder wol-kan-gehen.

Gott weiß im Tod' auch jedem sacht, Was er verdient hat, zuzumässen, Nur eine böse Stunde macht, Daß aller Frewde wird vergessen. Wie wir gelebt, fällt vns doch ein Erst in der letzten Todes-Pein. Laß keines guten Standt dich hindern, Schätz keinen seelig, lebt er noch, Was er gewest, eräugt sich doch Nach jhm an seinen Kindes-Kindern.