German poem
An den Märzminister Graf Schwerin-Putzar
Dein Ahnherr – mit dem Schwerte, Du selber – mit dem Wort! So lebt das Ruhmeswerte Bis auf den Enkel fort. Was einst in letzter Stunde Der greise Feldmarschall sprach, Aufs neu aus deinem Munde Erklang es uns: »Mir nach!«
Du stehst, in Lieb' und Treue, Zu Thron und Herrscherhaus, Und baust doch, für das Neue, Die alten Pfeiler aus. Nicht trägst du der Verneinung Im Kampfe die Fahne vor, Doch für die freie Meinung Schwingst du sie hoch empor.
Du bist von jenen Alten Im Geiste noch gezeugt, Die keinem Stirnefalten Jemalen sich gebeugt. Du sprichst noch, wie der Zieten Sonst wohl bei Hofe sprach, Was dem die Schranzen rieten, Er fragte nichts danach.
Der Zieten, ja, beim Fürsten Zu Tafel saß er gern, Einst aber andres Dürsten Trieb ihn zum Tisch des Herrn; Erst als er da genossen Von Christi heil'gem Mahl, Ernst noch und abgeschlossen Trat er in Schloß und Saal.
Der König sieht den Degen Und wie so fromm er schaut; Da ruft er ihm entgegen: »He, Zieten, schon verdaut?!« Der hört es; unter Blitzen Blickt er den König an, Daß selbst das Aug' des Fritzen Nicht Stich ihm halten kann.
Dann laut: »Für Euch in Nächten Geblutet hab' ich gern, Nun will ich auch mal fechten Für Christum, meinen Herrn!« Wohl stutzet da und staunet Das höfische Geschlecht, Der König aber raunet: »Still, Zieten, Er hat recht!«
So war's und – ist's geblieben Durch ein Jahrhundert fort: Die Hohenzollern lieben Ein freies Manneswort. Auch du, für heil'ge Rechte Ficht weiter, sonder Scheu: Treulos sind alle Knechte, Der Freie nur ist treu!