Versos German Theodor Körner Mißmut

German poem

Mißmut

by (1863–1933)

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Vaterland, du riefst den Sänger, Schwelgend in der Tage Glück. Blutig hassend deine Dränger, Hielt nicht Lied und Liebe länger Seiner Seele Sturm zurück. Und er brach mit wundem Herzen Aus der Freunde schönen Reih'n, Tauchte in der Trennung Schmerzen – Und war dein.

Thränend hat er oft die Blicke Zur Vergangenheit gesandt; Auf des Lieds melod'scher Brücke Stieg der Geist zum alten Glücke In der Liebe goldnes Land. Ach! er schwärmte nur vergebens, Denn der Stunden rohe Hast Warf ihn in den Lärm des Lebens, Sturmgefaßt.

Doch was soll er im Gedränge Ohne Schlachten-Morgenrot? Gib die friedlichen Gesänge Oder gib des Krieges Strenge – Gib mir Lieder oder Tod! Laß mir der Begeist'rung Thränen, Laß mir meine Liebesnacht – Oder wirf mein freudig Sehnen In die Schlacht!

Um mich donnern die Kanonen, Ferne Cimbeln schmettern drein. Deutschland wirft um seine Kronen – Und hier soll ich ruhig wohnen Und des Stromes Wächter sein? Soll ich in der Prosa sterben? Poesie, du Flammenquell, Brich nur los mit leuchtendem Verderben, Aber schnell!