German poem
In Engen Schiffen Zur See
by Walt Whitman (1819–1892)
In engen Schiffen zur See, Endloses Blau ringsum gedehnt, Mit pfeifenden Winden, Musik der Wogen, breiter, herrischer Wogen, Oder einsam winziges Boot, Boje auf weiten Gewässern, Das froh, vertrauend, weiße Segel spreitend, Den Äther spaltet im Schaum und Glitzern des Tags, oder unter wechselnden Sternen zur Nacht, Von Matrosen, jungen und alten, wie's kommt, sei ich, Nachklang vom Land, gelesen, In voller Beziehung endlich.
Hier sind unsre Gedanken, Seefahrergedanken, Hier liegt nicht Land bloß, Festland vor, mag dann ihre Rede gehen, Der Himmel wölbt sich hier, wir spüren das wogende Deck untern Füßen, Wir spüren das lange Pulsieren, Ebbe und Flut endloser Regung, Die Töne des niegesehen Geheimen, die weiten schweifenden Zeichen und Reize der Salzwelt, die flüssigen Laute und Silben, Der Duft, das leise Knarren des Tauwerks, das Maß der Schwermut, Ohne Grenzen die Sicht, weit und verdämmernd der Horizont, alles ist hier, Und das ist Meeresgedicht.
Dann wanke nicht, mein Buch, erfülle dein Geschick, Du nicht ein Nachklang nur des Lands allein, Du auch wie ein einsam winziges Boot, das den Äther spaltet, unbekannter Bestimmung, doch immer vertrauend. Genosse jeglichen Schiffs, das fährt, fahr zu! Bring ihnen meine Liebe gefaltet (liebe Matrosen, ich falte sie hier in jedes Blatt für euch;) Spute dich, Buch! spreite weiß deine Segel, mein Kahn, dwars durch die herrischen Wogen, Sing zu, fahr zu, trag über das endlose Blau von mir zu jedem Meer Diesen Sang für Matrosen und all ihre Schiffe.