Versos German Walther Kabel Hundetreue

German poem

Hundetreue

by (1878–1935)

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Den Hundefeinden. Ihr liebt die treuen Hunde nicht, Weil euren Herzen fremd geblieben, Was aus der Hundseele spricht, Und wie ein Hund vermag zu lieben. Das Tier seht ihr im Hunde nur, Geschaffen, willig euch zu dienen, Euch ist der Schöpfer der Natur In seinen Wesen nie erschienen. Kommt nur ins Elend erst einmal, Von allen, die ihr liebt, verlassen, Und fühlet der Enttäuschung Qual, Dann lernt ihr Hundetreue fassen. Wenn ihr dann fern dem Weltgewühl In stiller Einsamkeit begraben, Wohltuend ist euch das Gefühl, Doch einen wahren Freund zu haben. Wenn unsere Hände er beleckt, Aus klugen Augen auf uns schauend Die Pfote uns entgegenstreckt, Nur uns ergeben und vertrauend, Dann regt der feste Glaube sich, Weil uns ein Wesen treu geblieben, Dann lernt man unerschütterlich Den Schöpfer im Geschöpfe lieben. Und wenn ihr das Gefühl nicht kennt, Ich es zu sagen mich nicht scheue: Vom Hunde, den ihr „Köter“ nennt, Lernt eine Tugend, lernt die Treue. W.K.