Versos German Walther von der Vogelweide Heimliche Minne

German poem

Heimliche Minne

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8. Heimliche Minne.

Unter der Linden An der Heide, Dort, wo das Bett war sein und mein Da möget ihr finden Lieblich beide Gebrochen: Gras und Blümelein. Vor dem Wald mit süßem Schall Tandaradei! Sang im Thal die Nachtigall.

Ich kam gegangen Zu der Aue, Da harrte schon der Liebste mein. Er hat mich empfangen, Hehre Fraue, In Ewigkeit gedenk’ ich sein. Küßt’ er mich? Ach, fast zu Tod, Tandaradei! Seht, wie mir der Mund so roth!

Da eilt’ er zu machen, Auf weichem Grunde Ein Bett von Blumen mancherlei. Deß wird man noch lachen Mit frohem Munde, Kommt einer dort des Wegs vorbei. An den Rosen er wohl mag Tandaradei! Merken, wo das Haupt mir lag.

Wie wir saßen in Wonnen, Wüßt’ es einer, Behüte Gott! – Ich schämte mich; Was er mit mir begonnen, Keiner, keiner Erfahre das, als er und ich Und ein kleines Vögelein, Tandaradei! Das wird wohl verschwiegen sein.