Versos German Wilhelm Busch Es hatt' ein Müller eine Mühl

German poem

Es hatt' ein Müller eine Mühl

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An einem Wasser kühle; Da kamen hübscher Mädchen viel Zu mahlen in der Mühle.

Ein armes Mädel war darunt, Zählt sechzehn Jahre eben; Allwo es ging, allwo es stund, Der Müller stund daneben.

Er schenkt ein Ringlein ihr von Gold, Daß er in allen Ehren Sie ewig immer lieben wollt; Da ließ sie sich bethören.

Der Müller, er war falsch von Sinn: »Wenn ich mich thu vermählen, So will ich mir als Müllerin Wohl eine Reiche wählen.«

Da 's arme Mädel das vernahm, Wird's blaß und immer blasser Und redt nit mehr und ging und kam Und sprang in's tiefe Wasser.—

Der Müller kümmert sich nicht viel, Thät Hochzeitleut bestellen Und führt mit Sang und Saitenspiel 'ne Andre zur Kapellen.

Doch als man auf die Brücke kam, Fängts Wasser an zu wogen Und zischt und rauscht verwundersam Herauf bis an den Bogen.

Die weiße Wassernixe stand Auf schaumgekrönter Welle; Sie hält in ihrer weißen Hand Von Gold ein Ringlein helle.

Du Falscher, deine Zeit ist aus! Bereite dich geschwinde! Dich ruft hinab in's kalte Haus Die Mutter mit dem Kinde.