German poem
Tafellied von Wilhelm Müller
Wer nicht singt und lacht bei’m Wein, Dieser soll mein Freund nicht seyn. Schenkt ihm, schenkt ihm Wasser ein!
Wasser ist zum Denken gut, Spühlt den Kopf und kühlt das Blut, Gebt dem Denker volle Fluth!
Ich will heute denken nicht, Ob der Nacht folgt Morgenlicht Bis es durch die Laden bricht.
Will nicht denken an die Welt, Ob sie gut, ob schlecht bestellt, Wenn ihr Wein mir nur gefällt.
Will nicht denken an den Kopf, Wo und wie an meinem Schopf Hängen mag der edle Zopf.
Will nicht denken, welcher Fuß Mich nach Hause tragen muß, Laevus oder dexterus.
Denke nicht an mein Latein, Ob’s mag ciceronisch seyn, Geht’s nur in den Reim hinein.
Was sich reimt, das ist auch recht: Darum reimt sich recht und schlecht In Arminius Geschlecht.
Darum reimt sich mein und dein Ohne Streit bei Lieb und Wein, Oder unter’m Leichenstein.
Darum reimt sich nimmermehr Wein und Wasser, voll und leer, Frohe Brüder und ein Bär.