German poem
Sonett CXXXIX
by William Shakespeare (1564–1616)
Versuche nicht, die Unbill zu beschönen, Mit der du lieblos willst mein Herz betrüben; Dein Mund, doch nicht dein Auge mag mich höhnen, Brauch’ deine Kraft, doch mögst nicht List du üben. Sag’, daß du Andre liebst; doch bin ich bei dir, Laß deine Augen dann nicht seitwärts spielen; Wozu schlägst listig du die Wunde mir, Da offne Macht ich schutzlos müßte fühlen? Laß mich entschuld’gen dich; der ist’s bekannt, Dein holder Blick sei feindlich mir gewesen, Drum hast die Feinde du von mir gewandt, Daß ihr Geschoß sich Andre mag erlesen. Doch thu’ es nicht; o gieb mir ganz den Tod, Dein Blick erlöse mich aus meiner Noth.