German poem
Sonett LXXXI
by William Shakespeare (1564–1616)
Mag lebend ich die Grabschrift einst dir dichten, Magst dau’rn du, wenn ich längst des Grabes Raub; Dein Angedenken kann kein Tod vernichten, Bin auch vergessen ich mit meinem Staub’. Unsterblich wird dein Nam’ hinieden leben, Wenn todt ich einst, vergessen von der Welt; Mir kann die Erd’ gemeines Grab nur geben, Wenn Menschenauge deine Gruft enthält. Ein Denkmal wird mein Liebesvers dir sein, Daß ihn noch ungeborne Augen lesen; Der Nachwelt Mund dereinst erwähne dein, Wenn die Geschlechter dieser Zeit verwesen. Du lebest fort in meiner Lieder Zeilen, Auf leisem Lippenhauch wirst stets du weilen.