Versos German William Shakespeare Sonett XCIII

German poem

Sonett XCIII

by (1564–1616)

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So werd’ ich leben, wähnend dich mir treu, Wie ein betrogner Gatte; deiner Liebe Antlitz vertrau’n, wenn dies stets wechselt neu; Dein Blick bei mir, dein Herz bei Andern bliebe. In deinem Auge ist für Groll nicht Raum, Nicht kündet es dein unbeständig Wesen; Wenn Andrer Blick uns, zu verkennen kaum, Des Herzens Zug in finstrer Schrift läßt lesen. Dir ward zu Theil des Schöpfers Himmelssegen, Daß Liebe stets umfächle dein Gesicht; Mag auch dein Herz leicht wankend sich bewegen, Dein süßes Bild verräth es plaudernd nicht. Es wäre dein Reiz Evens Apfel gleich, Wenn du an Tugend nicht wie Anmuth reich.