German poem
Sonett XI
by William Shakespeare (1564–1616)
So schnell du welkst, so schnell wächst du von Neu’m In deinem Sprößling, seit du ihn geboren; Das frische Blut, das jung du wirst verleih’n, Heißt dein’s, wenn du die Jugend auch verloren. Darin lebt Zuwachs, Weisheit, Lieblichkeit, Darohne Alter und thörichter Sinn; Dächt’ Jeder so, wär’s bald aus mit der Zeit, In sechzig Jahren stürb’ die Welt dahin. Die nicht zur Frucht Natur bestimmte hier, Die mögen häßlich, rauh, unfruchtbar enden; Mehr als den Bestbegabten gab sie dir, Drum ihre Fülle schätz’ mit vollen Händen. Sie schnitt zu ihrem Siegel dich, daß leer Dies Bild nicht sterbe, und du abdruckst mehr.