Versos German Wolrad Eigenbrodt Unter der Linde

German poem

Unter der Linde

by (1860–1921)

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Unter der Linden Auf der Heide, Da unser beider Bette war, Da könnt ihr finden Augenweide: Geknickt das Gras und der Blumen Schar. Vor dem Wald mit süßem Schall, Tandaradei! Sang im Thal die Nachtigall.

Ich kam gegangen Zu der Aue; Dort harrte schon der Liebste mein. Da ward ich empfangen – Heilige Fraue! – Daß ich allzeit muß selig sein. Küßte er mich? Er wards nicht müd! Tandaradei! Sehet, wie der Mund mir glüht!

Er hatte gemachet So reich und minnig Von Blumen eine Ruhestatt. Des wird noch gelachet Wohl herzinnig, Kommt jemand über diesen Pfad. An den Rosen er wohl mag – Tandaradei! Merken, wo das Haupt mir lag.

Wie wir selig lagen, Wüßte es Einer, (Verhüt es Gott!) so schämt ich mich. Welch ein Spiel wir pflagen, Keiner, keiner Erfahre das, denn er und ich, Und ein kleines Vögelein – Tandaradei! Das wird wohl verschwiegen sein.