German poem
Fontana Trevi
by Adolf Friedrich von Schack (1815–1894)
Früh schon hab' ich, fast noch Knabe, Meine Lippen so wie jetzt, Quelle Trevi, an der Labe Deiner reinen Flut genetzt.
Und von deinem Zaubertranke An die ew'ge Stadt gebannt, Jahr für Jahr, der Sehnsuchtkranke, Zog ich an den Tiberstrand.
Saß auf bröckelndem Gesteine, Wo Metellas Asche ruht, Schweifte in Egerias Haine, Schlürfte, Quell, von deiner Flut.
Und auf mich, da der Albaner Berge wieder vor mir blaun, Seh' ich nun als ernsten Mahner Cestius' Denkstein niederschaun.
Sei's! Muß ich zum letztenmale Schöpfen aus dem Trevistrom, Noch die randgefüllte Schale Weih' ich dem geliebten Rom.