Versos German Albert Traeger Deutschland auf dem Meere

German poem

Deutschland auf dem Meere

by (1830–1912)

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Träumt nicht von Deutschland auf dem Meere, Von Kampf mit Sturm und Wogenbrand, Bevor Ihr Deutschlands Macht und Ehre Gefestigt nicht auf festem Land; Gezaubert wird von keinem Gotte Aus Wellenschaum die Wellenbraut, In Mühen wird die deutsche Flotte Auf deutschem Boden nur gebaut!

Ein immergrünes Sinnbild werde Die Tanne uns, der Zukunft Mast, Hochstrebend hat tief in der Erde Die zähe Wurzel sie gefaßt. Von unten nur ringt durch nach oben, Was ew’ge Dauer in sich trägt; Das Werk allein kann sich erproben, Das tief im Volke Wurzel schlägt!

Sei, deutsches Volk, von Muth durchdrungen, Der deutschen Schiffe Zimmermann, Und wenn dem Beil das Werk gelungen, Dann fass’ auch selbst das Steuer an; Am Ruder darf kein Arm sich brüsten, Der bis zur Knechtschaft sich vergißt, Der freiheitsfeindlichen Gelüsten Ein willenloses Werkzeug ist!

Der deutschen Freiheit heil’ges Zeichen, Hoch über niedrigem Verrath, Bis an die Sterne wird es reichen Und zeugen für die deutsche That; In diesem Zeichen muß sie siegen, Des Himmels Mächte sind ihm hold, Voran der deutschen Flotte fliegen Soll stets das deutsche Schwarzrothgold!

Auf denn, aus Noth und Schmach zu retten Das deutsche Volk und Vaterland! Dann fallen auch des Ankers Ketten Und jubelnd stoßen wir vom Strand. Nach vorwärts kann der Kiel nur zeigen, Wenn deutscher Wind die Segel bläht, Und Deutschland wird zu Schiffe steigen In seiner vollen Majestät!