German poem
Wiegenlied
by Albert Traeger (1830–1912)
In der Wiege von süßem Traum Schlummert mein Liebling umfangen, Lächelt leise und atmet kaum, Rosig schimmern die Wangen – Gott, der über den Sternen wacht, Höre mein Bitten und Flehen: Lasse mein Kind bei Tag und Nacht Gnädig in Deinem Schutze stehen!
Bis den sicheren Grund es fand, Laß mich es stützen und halten Und mich lehren die kleine Hand Zum Gebete sich falten; Blumen, die unverwelklich blüh’n, Laß für mein Kind mich sie pflücken, Ihm mit der Myrte verheißendem Grün Noch die bräutlichen Locken schmücken.
Und wenn einst meine Frist verstrich, Lasse mein Kind mich umschweben. Daß es in seiner Nähe mich Fühle sein ganzes Leben; Bleibt ihm die Prüfung nicht erspart, Führst Du’s auf dornigen Wegen, Sei zum Troste ihm stets bewahrt Mutterliebe und Gottessegen! Albert Traeger.