German poem
Ewige Freude der Außerwehlten
by Andreas Gryphius (1616–1664)
O! wo bin ich! O was seh’ ich / wach ich! treummt mir? wie wird mir? JEsu! welcher Wollust Meer / überschwemmt mein frölich Hertz / Welt Ade! glück zu mein Trost! gutte Nacht Tod Angst vnd Schmertz / Ich find alles: alles lern ich! alles schau’ ich HERR in dir / Ich zuschmeltz in lauter Wonne! JEsu: JEsu. Meine Zier! O wie herrlich ists hier seyn! Erde deine Freud ist Schertz! JEsu! ewig-gläntzend Licht! (tunckel ist der Sonnen Kertz /) Ach! wie funckeln deine Schaaren! Sternen fliht! hier schimmern wir. Ihr / die ihr Glutt vnd Schwerd verlacht! ob schon eur Leib würd Staub vnd Aschen / Ihr / die ihr euer reines Kleid habt in dem Blutt deß Lambs gewaschen / Rufft Halleluja! Halleluja! Freud vnd Leben! Dir dreymal einig Ewigkeit; die alles in allen allmächtig regieret: Sey vnaußsprechlich Lob vnd Ruhm / vnd Ehre die dir nur alleine gebühret. Dir / die sich ewig / (Halleluja!) vns wil geben.