Versos German Andreas Gryphius Mitternacht

German poem

Mitternacht

by (1616–1664)

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SChrecken / vnd Stille / vnd dunckeles Grausen / finstere Kälte bedecket das Land / Itzt schläfft was Arbeit vnd Schmertzen ermüdet / diß sind der traurigen Einsamkeit stunden. Nunmehr ist / was durch die Lüffte sich reget / nunmehr sind Menschen vnd Thiere verschwunden. Ob zwar die immerdar schimmernde Lichter / der ewig schitternden Sternen entbrant! Suchet ein fleissiger Sinn noch zu wachen? der duch bemühung der künstlichen Hand / Ihm / die auch nach vns ankommende Seelen / Ihm / die an itzt sich hier finden verbunden? Wetzet ein bluttiger Mörder die Klinge? wil er vnschuldiger Hertzen verwunden? Sorget ein Ehren-begehrend Gemütte / wie zu erlangen ein höherer Stand? Sterbliche! Sterbliche! lasset diß dichten! Morgen! Ach Morgen! Ach muß man hinziehn! Ach wir verschwinden gleich als die Gespenste / die vmb die Stund vns erscheinen vnd fliehn. Wenn vns die finstere Gruben bedecket / wird / was wir wündschen vnd suchen zu nichte. Doch / wie der gläntzende Morgen eröffnet / was weder Monde noch Fackel bescheint: So / wenn der plötzliche Tag wird anbrechen / wird was geredet / gewürcket / gemeynt. Sonder vermänteln eröffnet sich finden vor deß erschrecklichen GOttes Gerichte.