German poem
Versuch einer Danksagung an König Friedrich Wilhelm
by Anna Louisa Karsch (1722–1791)
Monarch und Schöpfer eines Glücks, Das meinem Alter Blumen streuet, Ich habe nur im Ausdruck meines Blicks Die Sprache, die kein Wörterbuch verleihet, Nur Thränen hab' ich, statt des Tons, Wenn ich Dir danken will, Dir Schutzgott auf der Höhe Des landesväterlichen Throns –
Ich fühl's, daß ich auf Rosen gehe, Auf Rosen schlummre leicht und süß, Seitdem Dein Wöllner mir's verkündet, Was ihm sein König hieß: Ein Haus, ein Haus wird mir gegründet, Wird aufgebauet, wird geschmückt, Als wär's ein Tempelchen der Musen – O wenn's mein Auge nun erblickt, Dann wird mein abgelebter Busen Zu enge für des Herzens Drang, Es flammt bei dieser Augenweide Vielleicht nur Tage lang, Wird wonnekrank Und stirbt den schönen Tod der Freude: Sein lezter Schlag ist Dank!
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