German poem
Du denkst, die Freude festzuhalten
by August von Platen-Hallermünde (1796–1835)
Du denkst, die Freude festzuhalten, Du bist nur um so mehr geplagt: O laß die Tage mit dir schalten, Und tun, was ihnen wohlbehagt! Soll dir das Leben stets gefallen, Das nie auf Dauer sich verstand, So laß das Schönste wieder fallen, Und schließe nicht zu fest die Hand!
Vermöcht ich doch gelind zu träufen In deine Brust, wenn Schmerz und Wut Sie oft vergeblich überhäufen, Nur wen'ge Tropfen leichtes Blut! O suche ruhig zu verschlafen In jeder Nacht des Tages Pein; Denn wer vermöchte Gott zu strafen, Der uns verdammte, Mensch zu sein!
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