Versos German Auguste Pattberg Als es war am Abend spath

German poem

Als es war am Abend spath

by (1769–1850)

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Als es war am Abend spath, Der Junggesell tratt auf die Gassen, ja Gassen, Er geht vor ’s Lieb Schlafkämmerlein: „Schönster Schaz steh mir auf Und lass mich ’nein, Ich will heut bei dir schlafen, ja schlafen.“

„Was wärs, wenn ich dich auch ’rein lass – Bei mir sollst du nicht schlafen, ja schlafen, Es mögten eins oder zwei im Winkel stehn, Möchten mir oder dir auf Unglück sehn, Möchten mich oder dich verrathen, ja rathen.“

Und als es war um Mitternacht, Der Wächter tratt auf die Gassen, ja Gassen: „Steht auf, steht auf, ihr junge Leut, Wo eins oder zwei beisamm leit, Der Tag kommt schon zu schleichen, ja schleichen.“

Das Mädlein das war nicht zu faul, Sie springt zum Kammerladen, ja Laden: „Bleib liegen mein Herztausender Schaz, Sind noch drei Stündlein bis an Tag, Der Wächter hat uns betrogen, betrogen.“

Als es war am Morgen früh, Das Mädlein hohlt ein Wasser, ja Wasser, Begegnet ihr derselbige Knab Der heut bei ihr gelegen hat, Und wünscht ihr ein Gutmorgen, ja morgen:

„Guten Tag du mein Herztausender Schaz, Wie hast heut Nacht geschlafen? ja schlafen?“ „Ich hab geschlafen in deinem Arm, Jetzt bin ich weder kalt noch warm, Mein Ehr hab ich verschlafen, ja schlafen.“ „Wenn du dein Ehr verschlafen hast, Ich will dir sie bezahlen ja zahlen Mit lauter Silber und lauter Gold Mit lauter harten Thaler, ja Thaler.“

„Mein Ehr ist mir um Gold nicht feil, Kannst mir sie auch nicht zahlen, ja zahlen.“ „Gehst du mit einem Kindelein, Schweig still, ich will der Vatter sein, Ich will es helfen nähren, ja nähren.“

Er kauft ihr eine güldne Schnuhr Bringt sie wiedrum zu Ehren, ja Ehren; Damit schnührt sie ihr Kläblein zu, Er thut es helfen schnühren, Und thut es helfen zieren, ja zieren.