Versos German Auguste Pattberg Wo’s schneiet rothe Rosen, da regnet’s Thränen drein

German poem

Wo’s schneiet rothe Rosen, da regnet’s Thränen drein

by (1769–1850)

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„Zwei Tag darf ich noch bleiben, Kommt an der dritte Tag, So muss ich von dir scheiden, Herzallerliebster Schaz.“

„Wann kommst du wieder heime, Herzallerliebste mein?“ „Wenn’s schneet rothe Rosen, Wenn’s regnet kühlen Wein.“

„Es schneet keine Rosen, Und regnet auch kein Wein, So kommst du auch nicht wieder Herzallerliebste mein!“

Geh ich ins Vaters Garten, Will sehn wo Rosen sein, Leg ich mich hin und schlafe, Auf rothen Nägelein;

Da thät es mir wohl träumen: Es regnet kahlen Wein, Es schneet rothe Rosen, Mein Schaz käm wied’rum heim.

Als ich erwach vom Schlafen, Da liegt ein tiefer Schnee, Da blühen keine Rosen, Mein Schäzlein ich nicht seh.

Ein Hauss will ich mir bauen Dort auf der hohen Höh, Kann ich mein Schaz anschauen, Dann schmelzt der tiefe Schnee;

Dann blühen rothe Rosen, Dann trink ich kühlen Wein, Werd auch den Wind nicht spühren Bei meiner Liebsten fein.

Und wann das Hauss gebaut ist Wer wohnet mit mir drin? Wann d’ wieder kommst nach dreissig Jahr, Findst mich allein darin.